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London 2012: Eva Lechner und die Geschichte(n) von Olympia

08.08.2012

London 2012: Eva Lechner und die Geschichte(n) von Olympia

18 Wettkampftage, 26 Sportarten und 302 Entscheidungen. Das sind die Olympischen Sommerspiele 2012. Zum dritten Mal nach 1908 und 1948 finden sie in London statt. Seit 1996 ist auch Mountainbike, genauer gesagt die Cross-Country-Disziplin olympisch. Eva Lechner kennt das Olympiaflair, war sie schon vor vier Jahren in Peking dabei. Und kam auf den 16. Platz. Für dieses Jahr hat sich die Südtirolerin aus Eppan vom MTB Pro-Team Colnago mehr vorgenommen. Die Fans dürfen gespannt sein. Inzwischen ist Eva Lechner mit der italienischen Nationalmannschaft in London eingetroffen. In Begleitung der zweifachen Olympiasiegerin Paola Pezzo (Gold in Atlanta 1996 und Sydney 2000). Sie betreut die Damen im Nationalkader.

Was wäre wenn? Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Was wäre, wenn Eva eine Medaille holt? Genauso wie bei den Weltmeisterschaften im vergangen Jahr in Chambery in der Schweiz. Dort hatte die Südtirolerin Bronze eingefahren. Den bislang größten Erfolg ihrer Karriere. Natürlich ist Mountainbike nicht mit Tennis zu vergleichen. Oder mit Leichtathletik. Da gibt es die Könige des Sports. Usain Bolt etwa aus Jamaika. Bei 9,58 Sekunden liegt seine Bestzeit im 100-Meter-Sprint. Er ist der schnellste Läufer der Welt, sein Marktwert kaum zu beziffern. Bis zu 50 Sicherheitskräfte schirmen ihn im Stadion ab. Vergleichbar mit dem olympischen Mountainbike ist da schon eher Gewichtheben. Auch wenn viel mehr Menschen in ihrer Freizeit Rad fahren, als Gewichte stemmen. Würde Eva Lechner bei Olympia eine Medaille holen, die goldene gar, dann wäre es in der Folge wohl so ähnlich wie bei Mathias Steiner vor vier Jahren. Der Deutsche gewann in Peking Gold im Superschwergewicht. Und wurde berühmt. Natürlich wegen seiner sportlichen Höchstleistung, aber noch mehr wegen seiner Lebensgeschichte. Die Bilder gingen um die Welt. Den Sieg hatte er seiner verstorbenen Ehefrau gewidmet. Ihr Foto hielt Steiner in den Händen, mit Tränen und der Goldmedaille um den Hals. In einem aktuellen Interview im SPIEGEL (Nr. 30/2012, Seite 96) sagt Steiner rückblickend: „Ich war ausgebucht, lebte aus dem Koffer und hatte den Leistungssport erst mal abgeschrieben. Es fühlte sich toll an, weil es eine Anerkennung war.“ Aber auch: „Ich wollte lange nicht wahrhaben, ein Boulevardsportler geworden zu sein.“ Inzwischen hat Steiner eine Autobiografie veröffentlicht und sich wieder mehr dem Sport zugewandt. Auch er ist in London dabei. Genauso wie Eva Lechner. Evas Stichtag ist der kommende Samstag, 11. August 2012, 13:30 Uhr MESZ (live auf ORF1 und im ZDF). Hat die Südtirolerin „ihren“ Tag, fährt sie aufs Podium, weint sie vor Freude, dann wird auch sie in die Sportgeschichte eingehen und viel Anerkennung erfahren. Und ihre eigenen Geschichten erzählen können. Wir dürfen gespannt sein.

Text: Dr. Josef Bernhart
Foto (privat): Eva Lechner ist in London angekommen…und freut sich auf ihren Olympiaeinsatz

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